Wenn Helfer*innen selbst Hilfe benötigen
Wenn einem Menschen Schlimmes widerfährt, unvorhergesehene Zwischenfälle im Akutbehandlungsprozess eine Verschlechterung des Zustands der Patientin/ des Patienten zur Folge haben, wenn medizinisches Personal nicht helfen kann, sondern dem Opfer hilflos zusehen muss, oder wenn sich ein medizinischer Fehler tragisch auswirkt, dann wird diese Helfer*in selbst zum Opfer, zum zweiten Opfer. Denn auch sie/er muss mit den Konsequenzen aus dem Ereignis fertig werden und mit ihnen weiter leben.
Ich habe in den vielen Jahren, die ich nun schon Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten darf, immer wieder die Erfahrung gemacht, wie wichtig die Verarbeitung von belastendenden Ereignissen ist.
Supervision ist eine der Möglichkeiten zu be- und verarbeiten, die aber leider sehr oft meist aufgrund mangelnder Finanzierungsmöglichkeit medizinischem Personal nicht angeboten werden kann. Die Pandemie hat die Extrembelastung, der medizinisches Personal vielfach ausgesetzt ist, sichtbar gemacht - in Wahrheit aber fehlt schon lange entsprechendes Angebot für Arbeitnehmer*innen aus dem medizinischen Bereich.
Deshalb war für mich auch sofort klar, dass ich den neu gegründeten Verein www.secondvictim.at unterstützen möchte und gerne Menschen aus dem Gesundheitssystem, die spüren, dass sie aus einem belastenden krisenhaften Zustand alleine nicht mehr raus kommen, ehrenamtlich berate! Mittlerweile leite ich die psychosoziale Leitstelle im Verein und habe in meiner Beratungstätigkeit mit dem Second Victim Phänomen einen mir sehr am Herzen liegenden Schwerpunkt gesetzt.
Meine Masterthesis beschäftigt sich mit der Frage des Zusammenhangs zwischen dem Second Victim Phänomen und moral injury, also moralischer Verletzung.
Wenn du eines oder mehreres folgender Symptome verspürst, dann melde dich gerne für ein erstes entlastendes Gespräche bei mir!